Musashi (SHIMMEN MUSASHI NO KAMI FUJIWARA NO GENSHIN) wurde 1584 in einem Dorf namens Miyamoto in der Provinz Mimasaka geboren. Sein Vater MUNISAI SHIMMEN war selbst ein bekannter Schwertkämpfer und starb früh in einem Duell. Musashi kam nach dem Tod seines Vaters in die Obhut seines Onkels, der ein Priester war. Musashi übte sich bereits in jungen Jahren in der Schwertkunst. Als er 13 Jahre alt war bestritt sein erstes Duell, wobei er einen erfahrenen Samurai aus der Shintô-Schule tötete. Zu jener Zeit war das Land durch Kriege zerrissen, die zwischen HIDEYOSHI und TOKUGAWA geführt wurden. Musashi machte die Schlacht von Sekigahara auf der Seite der Verlierer mit und überlebte die drei darauffolgenden Tage des Gemetzels. Danach zog er nach Kyôto und forderte die Yoshioka-Schule zum Duell. YOSHIOKA waren bekannte Schwertlehrer, die im Dienst der ASHIKAGA-Shôgune standen. Nachdem Tokugawa die mit Hideyoshi verbündeten Ashikaga bei Sekigahara besiegt hatte, wurde den Lehrern der Unterricht verboten. Davor jedoch wurde Musashis Vater von den Anhängern der Yoshioka im Duell getötet. Musashi tötete drei der Yoshioka-Brüder, bevor er weiterzog. Im Gegensatz zu seinen Gegnern kämpfte Musashi mit zwei statt mit einem Schwert. Es war üblich, daß Krieger (Bushi) zwei Schwerter trugen, ein längeres Kampfschwert (Katana) und ein Kurzschwert oder Dolch, wobei die kürzere Waffe im Falle eines Verlustes oder Defektes im Gefecht das Kampfschwert ersetzen sollte. Der gleichzeitige Einsatz beider Waffen war zwar nicht unbekannt, üblich blieb jedoch die ausschließliche Führung des Langschwertes.
MUSASHIS LEHREMit 29 Jahren hatte Musashi mehr als 60 Kämpfe bestritten und alle gewonnen. 1612 bestritt er seinen letzten Kampf gegen SASAKI KOJIRÔ, einem bekannten Schwertkämpfer mit dem Langschwert aus dem Mori-Clan, den er mit einem Holzschwert tötet.
Er war nicht nur ein berühmter Schwertkämpfer sondern ebenso vollkommen in der Kunst der Kalligraphie, Malerei und Bildhauerei, er stellte Metallarbeiten her und begründete eine Schule der Stichblatthersteller (jap.: Tsuba), die ihre Stücke nach ihm mit "Niten" signieren. Seine Arbeiten werden heute in Japan als hohe Meisterwerke geschätzt. Sein Bestreben war, das Wesen der Kampfkunst zu verstehen, diesem Ziel galt künftig sein Bemühen. Nach eigenen Niederschriften gelang ihm dies erst 1634.
Begründet auf seine Kampftechnik mit zwei Schwertern eröffnete Musashi seine Emmei-Schule für zwei Schwerter (Niten Ichi-ryû). Die Emmei-Technik verlangte, daß das Daitô (Langschwert) in der rechten Hand und das Kurzschwert in der linken Hand gehalten wurde. Das Langschwert führte den ersten Schlag aus und das Kurzschwert machte eine kurze schneidende Bewegung.
1643 zog Musashi sich in die Einsiedelei zurück und schrieb das "Gorin no Sho" (Buch der fünf Ringe), in dem er die Geheimnisse seines Stils Niten Ichi-ryû (Emmei-ryû) beschrieb. Er war auch der Autor eines Buches mit dem Titel "Dokukodô", das den Geist des Bushidô behandelt. Musashi starb im Mai 1645.